Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

223520

Niklas Luhmann (1927-1998)

Heinz-Günter Vester

pp. 85-108

Abstrakt

Vorwort zu einem (wenn nicht dem) seiner Hauptwerke, Soziale Systeme, schreibt Niklas Luhmann (1984: 14) über die Konstruktion seiner Theorie sozialer Systeme: "Die Theorieanlage gleicht also eher einem Labyrinth als einer Schnellstraße zum frohen Ende." Soziologische Theorie scheint demnach ein mühsames und langwieriges Unterfangen zu sein. Diesem hat Luhmann jedenfalls einen Großteil seines Lebens geopfert. Dabei hat dieses Gelehrtendasein zu einer beeindruckenden Produktion geführt. Das Luhmannsche OEuvre stellt an sich und seine Rezipienten hohe Ansprüche, verlangt einen langen Atem, dem auch in den eisigen Höhen der Abstraktion und inmitten der Wolkengebilde der Theorie die Luft nicht ausgehen darf. Notwendigkeit und Zwänge der "großen Theorie" drückt Luhmann (1984: 12f.) poetisch aus: "Diese Theorieanlage erzwingt eine Darstellung in ungewöhnlicher Abstraktionslage. Der Flug muß über den Wolken stattfinden, und es ist mit einer ziemlich geschlossenen Wolkendecke zu rechnen. Man muß sich auf die eigenen Instrumente verlassen.

Publication details

Published in:

Vester Heinz-Günter (2010) Kompendium der Soziologie III: Neuere soziologische Theorien. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Seiten: 85-108

DOI: 10.1007/978-3-531-92158-7_6

Referenz:

Vester Heinz-Günter (2010) Niklas Luhmann (1927-1998), In: Kompendium der Soziologie III, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 85–108.