Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

177123

"Großartige Zweideutigkeit"

Kant

Josef Früchtl

pp. 386-391

Abstrakt

In einer Essenzbeschreibung dessen, was man Frankfurter Schule oder, weiter gefasst, Kritische Theorie nennt, kommt der Name Kants zunächst nicht vor. Die Überlagerung verschiedener Großtheorien, als die sich Kritische Theorie beschreiben lässt, besteht nämlich vor allem aus der hegelschen Dialektik , der marxschen Kapitalismuskritik und der freudschen Psychoanalyse . Dazu treten, in wechselnder Akzentuierung, Nietzsches totalisierende Vernunftkritik und Max Webers Rationalitätstheorie. Kritische Theorie ist im Kern eine Verschmelzung dieser groß angelegten Theorien. Diejenige Kants zählt nicht zu ihnen. Ein äußerliches Indiz dafür kann man darin sehen, dass Kant in den einführenden Texten zu Adornos Philosophie keine oder kaum eine relevante Rolle spielt, wenn überhaupt, dann eine negative.

Publication details

Published in:

Klein Richard, Kreuzer Johann, Mller Doohm Stefan (2019) Adorno-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung. Dordrecht, Springer.

Seiten: 386-391

DOI: 10.1007/978-3-476-05458-6_42

Referenz:

Früchtl Josef (2019) „"Großartige Zweideutigkeit": Kant“, In: R. Klein, J. Kreuzer & S. Mller Doohm (Hrsg.), Adorno-Handbuch, Dordrecht, Springer, 386–391.