Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

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196090

Karl Popper und die Verfassung der Wissenschaft

Max Albert

pp. 1-17

Abstrakt

Poppers Logik der Forschung steht für eine erhebliche Problemverschiebung in der Wissenschaftstheorie, von der Logik der Forschung zur Verfassung der Wissenschaft. Popper sieht die Methodologie als eine Institution, als ein Regelsystem für die Akzeptanz oder Verwerfung von Theorien und Beobachtungsaussagen. Dieser immer noch wenig beachtete institutionelle Aspekt von Poppers kritischem Rationalismus ist zum einen für die Interpretation der methodologischen Regeln von Bedeutung. Zum anderen wirft er ein neues Problem auf: Kann sich eine solche Methodologie als Verfassung der Wissenschaft etablieren? Eine institutionenökonomische Analyse des wissenschaftlichen Wettbewerbs zeigt, dass eine notwendige Bedingung dafür erfüllt ist: die Methodologie des kritischen Rationalismus ist anreizkompatibel, das heißt, es liegt im Interesse eines Forschers, diese Methodologie zu beachten, wenn er erwartet, dass die anderen Forscher ebenso verfahren.

Publication details

Published in:

Franco Giuseppe (2018) Handbuch Karl Popper. Dordrecht, Springer.

Seiten: 1-17

DOI: 10.1007/978-3-658-16242-9_32-1

Referenz:

Albert Max (2018) „Karl Popper und die Verfassung der Wissenschaft“, In: G. Franco (Hrsg.), Handbuch Karl Popper, Dordrecht, Springer, 1–17.