Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

221441

Staatliche Zeitdisziplinierung in Japan

Sonja Gabbani-Hedman

pp. 69-116

Abstrakt

Nachdem die spezifische Semantik des universalisierten Zeitkonzepts sowie Aspekte der historisch-gesellschaftlichen Kontexte, in denen das Zeitkonzept seine Bedeutungen erhielt, in groben Zügen beleuchtet wurden (vgl. 1.3), soll in diesem Teil II die Übernahme desselben in Japan erörtert werden. Die Einfuhrung des neuzeitlichen Zeitbegriffs in die japanische Gesellschaft wird dem oben skizzierten kulturellen Ansatz folgend als Übersetzungsprozeß betrachtet. Aufgrund der spezifischen gesellschaftlichen Gegebenheiten und Kontexte, über die das rationale Zeitkonzept in die japanische Gesellschaft eingeführt wurde, kam es — und darauf verweist der Ausdruck Übersetzung — zur Transformation des Zeitkonzepts. In diesem Teil wird der Blick auf die gesellschaftliche Ebene gerichtet, wobei die Frage im Mittelpunkt steht, wie Zeit diskursiv eingeführt wurde und welche semantischen Veränderungen das Zeitkonzept dabei erfuhr. Der hier erörterte geschichtliche Abriß dient schließlich als Kontextwissen zur Interpretation der narrativen Interviews.

Publication details

Published in:

Gabbani-Hedman Sonja (2006) Zeitvorstellungen in Japan: Reflexion über den universalen Zeitbegriff. Wiesbaden, Deutscher Universitätsverlag.

Seiten: 69-116

DOI: 10.1007/978-3-8350-9651-6_3

Referenz:

Gabbani-Hedman Sonja (2006) „Staatliche Zeitdisziplinierung in Japan“, In: S. Gabbani-Hedman (Hrsg.), Zeitvorstellungen in Japan, Wiesbaden, Deutscher Universitätsverlag, 69–116.