Buch | Kapitel
Ohne Erde
Eine Denkfigur Adornos
pp. 255-261
Abstrakt
Worauf richtet sich die Kritik, die Adorno übt? Sie richtet sich auf das Bestehende. Aber nicht, weil das Bestehende nicht so ist, wie es sein sollte, weil man es verändern und anders einrichten müsste. In diesem Fall würde Kritik zwischen das Bestehende und das Bestehende fallen. Sie wäre Kritik am Bestehenden im Namen des Noch-Nicht-Bestehenden. Die auf das Bestehende gerichtete Kritik gilt dem Bestehenden als solchem; und deshalb auch den Versuchen, am Bestehenden festzuhalten, auf dem Bestehenden zu bestehen, das Bestehen des Bestehenden im festhaltenden Gestus zu wiederholen und zu verlängern. Nichts, was besteht, nichts, was auf einem Bestehenden besteht, kann von Kritik ausgenommen werden, gleichgültig, um welches Bestehende es sich handelt, wie es geschichtlich und gesellschaftlich bedingt ist und sich dadurch einem anderen Bestehenden aussetzt.
Publication details
Published in:
Magerski Christine, Savage Robert, Weller Christiane (2007) Moderne begreifen: zur Paradoxie eines sozio-ästhetischen Deutungsmusters. Wiesbaden, Deutscher Universitätsverlag.
Seiten: 255-261
DOI: 10.1007/978-3-8350-9676-9_19
Referenz:
(2007) „Ohne Erde: Eine Denkfigur Adornos“, In: C. Magerski, R. Savage & C. Weller (Hrsg.), Moderne begreifen, Wiesbaden, Deutscher Universitätsverlag, 255–261.