Buch | Kapitel
Der kombinatorische Ansatz
Psyche und Instinkt
pp. 100-158
Abstrakt
In der Philosophischen Anthropologie ebenso wie in der Evolutionstheorie bleibt als ungelöstes Problem jene Stufe der Entwicklung des Lebendigen, die mit »Instinkt« bezeichnet wird. (Eine Trennung von unbedingtem »Reflex« und »Instinkt« wird nicht versucht. S. hierzu Bierens De Haan, op. cit. S. 22, der, sich auf Kafka [1922] stützend, bei Verwendung des Begriffes »Reflex« mehr die Kausalbetrachtung, bei »Instinkt« mehr die Finalbetrachtung im Vordergrund sieht.) Ein Lebewesen, das — genetisch-evolutiv gesehen — vorher bereits eine relativ hohe Stufe der reaktiven, reflexhaften Anpassung (z. B. per »Affinität«), das heißt auch der Lernfähigkeit erklommen hat, erlangt nun durch positive Modifikation seines Verhaltens (die eventuell durch Mutation unterstützt worden ist) eine erhöhte Sicherheit der komplizierten Interaktion mit Teilen der Umwelt und mit Partnern. Diese Verhaltenssicherheit erweckt beim menschlichen Beobachter den Eindruck nicht nur der Verhaltensgewißheit, sondern auch eines geheimnisvollen Antizipationsvermögens, durch das die Wirklichkeit und insbesondere die zukünftige Wirklichkeit der Umwelt und die der Partner zielsicher getroffen wird.
Publication details
Published in:
Claessens Dieter (1968) Instinkt, Psyche, Geltung: Bestimmungsfaktoren menschlichen Verhaltens. eine soziologische Anthropologie. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Seiten: 100-158
DOI: 10.1007/978-3-663-02594-8_5
Referenz:
Claessens Dieter (1968) Der kombinatorische Ansatz: Psyche und Instinkt, In: Instinkt, Psyche, Geltung, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 100–158.


