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Zusammenfassung — Abschluß
pp. 195-196
Abstrakt
Diese Arbeit geht auch von der Erkenntnis aus, daß Philosophische Anthropologie in Deutschland und Evolutionstheorie in der (angelsächsischen) Welt relativ unvermittelt nebeneinanderstehen. Dabei könnte die wie alle Naturwissenschaften wenig theoriefreundliche Evolutionstheorie bedenkenswerte Ergebnisse der Philosophischen Anthropologie übernehmen, die wiederum zu Unrecht evolutionstheoretisch bedeutsame Aussagen vernachlässigt. Bindeglied beider Disziplinen ist die Auffassung von der »Gefährdetheit« des Menschen, die von der Philosophischen Anthropologie in die Evolutionstheorie übernommen wurde. Dabei widerspricht diese Charakteristik bereits der Tatsache unserer Existenz als Art — erweist sich auch bei gründlicher Analyse als simple Kulturkritik, die es zuläßt, die Vertreter beider Disziplinen unter eine Kategorie zu rubrizieren, ohne Einsicht zu vermitteln. Einen Zusammenhang beider Theorien sieht man aber sofort, wenn man der Auffassung von der Instinktverunsichertheit des Menschen, wie sie die Philosophische Anthropologie vertritt, die Position der Evolutionstheorie gegenüberstellt, die nicht genau anzugeben vermag, was »Instinkt« ist und dennoch auf der starken Instinktbeeinflußtheit des Menschen beharrt. Die Differenz der Aussagen über Instinkt, die im wesentlichen aus der »Eigensinnigkeit« der jeweiligen Theorie-Ansätze herrührt, läßt sich in einem analytisch weiterreichenden Unterschied »aufheben«, der die inhaltlichen Ziele des Instinkt(systems) von den mit ihnen realisierten formalen Prinzipien trennt.
Publication details
Published in:
Claessens Dieter (1968) Instinkt, Psyche, Geltung: Bestimmungsfaktoren menschlichen Verhaltens. eine soziologische Anthropologie. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Seiten: 195-196
DOI: 10.1007/978-3-663-02594-8_8
Referenz:
Claessens Dieter (1968) Zusammenfassung — Abschluß, In: Instinkt, Psyche, Geltung, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 195–196.


