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Virtuelle Städte und ihre Wirkung auf Metropolenbewohner
ein neues "Zuhause für die Grenzenlosen"?
pp. 234-251
Abstrakt
Es gibt eine Parallelität zwischen dem Medium Computer und dem Medium Stadt, und es gibt eine Allianz: Im Internet machen zur Zeit Projekte von sich reden, die die Stadtmetapher gewählt haben, um eine neue Form der Strukturierung des globalen Netzwerkes zu fördern. Es kommt nicht von ungefähr, daß die Begründer ihre lokal angebundenen Bürgernetze Internationale Stadt Berlin oder De digitale Stad Amsterdam nennen. Die Stadt als Ort, an dem aktive Nachbarschaftpflege betrieben wird und als kompakter Funktionszusammenhang, steht als Idee hinter den meisten der Projekte, die ich vorstellen werde. Doch genau hier liegt auch die Crux der neuen Allianz zwischen dem Internet und den Metropolen: Das Phänomen Großstadt und das Verhältnis des Städters zu seiner Stadt lassen sich nicht auf den Begriff "Funktionszusammenhang" reduzieren. Die Intensitäten, mit denen das Subjekt in der und durch die Stadt konfrontiert wird, die sinnlichen Qualitäten des metropolitanen Lebens finden in den Überlegungen der Begründer digitaler Stadtkulturen keinen Raum. In dieser kulturanthropologischen Studie wird es darum gehen, herauszufinden, inwiefern die elektronische Vernetzung die Großstadt und ihre Bewohner bereichert — und um was es sie ärmer macht.
Publication details
Published in:
Döring Jörg, Jäger Christian, Wegmann Thomas (1996) Verkehrsformen und Schreibverhältnisse: Medialer Wandel als Gegenstand und Bedingung von Literatur im 20. Jahrhundert. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Seiten: 234-251
DOI: 10.1007/978-3-322-95656-9_18
Referenz:
Geer Nadja (1996) „Virtuelle Städte und ihre Wirkung auf Metropolenbewohner: ein neues "Zuhause für die Grenzenlosen"?“, In: J. Döring, C. Jäger & T. Wegmann (Hrsg.), Verkehrsformen und Schreibverhältnisse, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 234–251.