Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

215786

Talcott Parsons (1902–1979)

Heinz-Günter Vester

pp. 183-199

Abstrakt

Talcott Parsons ist vielleicht der letzte Klassiker der Soziologie. Man mag in Abrede stellen, dass er überhaupt als Klassiker einzustufen sei. Anders als seine Vorgänger, deren Soziologie noch das Pionierhafte anhaftet, mutet Parsons etabliert an. Die junge Wissenschaft Soziologie, deren originäre und originelle Wurzeln in Europa liegen und ebendort im historischen Morast zwischenzeitlich unterzugehen drohten, hat in dem vom Pioniergeist geprägten Amerika den Boden gefunden, auf dem sie heranreifen sollte. Dem US-Bundesstaat Colorado entstammend, einem Kulturraum, der in Parsons' Kindertagen gewiss noch vom Geist der Pioniere und der frontier geprägt war, wandte sich der junge Parsons dem alten Europa zu, um dort mit dem Geist der Klassiker, insbesondere mit dem "Mythos von Heidelberg", dem Genius Max Webers, Bekanntschaft zu machen. Auf den Schultern der Riesen, der soziologischen Klassiker, hat Parsons ein imposantes Theoriegebäude geschaffen, das im Gegensatz zu dem Webers auch als vollendet angesehen werden kann.

Publication details

Published in:

Vester Heinz-Günter (2009) Kompendium der Soziologie II: Die Klassiker. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Seiten: 183-199

DOI: 10.1007/978-3-531-91590-6_11

Referenz:

Vester Heinz-Günter (2009) Talcott Parsons (1902–1979), In: Kompendium der Soziologie II, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 183–199.