(Sozial-)Raum und Geschlecht
pp. 203-224
Abstrakt
Als soziale Konstruktion kommt die Kategorie des Raumes heute zunehmend auch in ihrer wechselseitigen Verknüpfung mit der Kategorie Geschlecht bzw. Gender in den Blick. Die Analyse des Zusammenwirkens beider Kategorien bleibt dabei allerdings oftmals noch eher bruchstückhaft, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass das sowohl für den Raum wie auch für das Geschlecht zentrale Spannungsfeld von Sozialität und (körperlich-physischer) Materialität in diesem Kontext eine besondere Herausforderung darstellt.Diese kategoriale ‚Leerstelle" aufgreifend, wird nach einer einführenden, für die theoretische und empirische Verknüpfung grundlegenden Auseinandersetzung mit den Kategorien Raum und Geschlecht ein forschungsmethodologisches Analysemodell vorgestellt, mit dessen Hilfe räumliche und geschlechtliche soziale Wirklichkeiten in ihren wechselseitigen Konstruktions- und Konstitutionsprozessen analysierbar werden. Am Beispiel der Prostitution, einem sowohl durch die Kategorie Geschlecht als auch durch die des Raumes wesentlich geprägten Feldes des Sozialen, werden im Anschluss wechselseitige Wirkmechanismen bei der (Re)Produktion räumlich-geschlechtlicher Ordnungsmuster exemplarisch verdeutlicht.
Publication details
Published in:
Kessl Fabian, Reutlinger Christian (2019) Handbuch Sozialraum: Grundlagen für den Bildungs- und Sozialbereich. Dordrecht, Springer.
Seiten: 203-224
DOI: 10.1007/978-3-531-19983-2_16
Referenz:
Ruhne Renate (2019) „(Sozial-)Raum und Geschlecht“, In: F. Kessl & C. Reutlinger (Hrsg.), Handbuch Sozialraum, Dordrecht, Springer, 203–224.