Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

218830

Einleitung

Die Telematisierung Kommunikativen Handelns

Julian Gebhardt

pp. 9-30

Abstrakt

Kommunikation nimmt in unserer heutigen Gesellschaft einen immer bedeutsameren Stellenwert ein. Hierin sind sich ausnahmsweise einmal alle "großen" Gesellschaftsanalytiker gleichermaßen einig — sei dies Parsons (1966) oder Luhmann (1984), die in gesellschaftlichen Kommunikationsprozessen die grundlegendste funktionale Voraussetzung für den Aufbau und Erhalt unterschiedlicher gesellschaftlicher Handlungssysteme (z. B. Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Religion) begreifen, sei dies Habermas (1992), der im "kommunikativen Handeln" das einzige noch verbleibende Mittel sieht, mit dem sich die in immer vielfältigere soziokulturelle Lebenswelten ausdifferenzierende moderne Gesellschaft überhaupt noch integrieren lässt, oder sei dies Münch (1991), der auf die gestiegene Bedeutung von Kommunikation insofern aufmerksam macht, als er die heutige Moderne nicht mehr als eine "Industriegesellschaft", sondern als eine "Kommunikationsgesellschaft" konzeptionalisiert. Auf den gestiegenen Stellenwert von Kommunikation für das gesellschaftliche Zusammenleben verweist Knoblauch (1995: 9) wie folgt: "Die Bedeutung von Kommunikation nimmt (…) sowohl in (und zwischen) den für die Gesellschaft funktional notwendigen Bereichen zu wie auch in jenem Bereich gesellschaftlichen Lebens, der als Privatbereich, als ‚soziokulturelle Lebenswelt" oder als gesellschaftliche Gemeinschaft bezeichnet wird.

Publication details

Published in:

Gebhardt Julian (2008) Telekommunikatives Handeln im Alltag: eine sozialphänomenologische Analyse interpersonaler Medienkommunikation. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Seiten: 9-30

DOI: 10.1007/978-3-531-91050-5_1

Referenz:

Gebhardt Julian (2008) Einleitung: Die Telematisierung Kommunikativen Handelns, In: Telekommunikatives Handeln im Alltag, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 9–30.