Buch | Kapitel
Ausgangspunkte, Begriffe, Thesen
pp. 18-39
Abstrakt
Die Sozialarbeit ist Teil eines Projektes, das Zygmunt Bauman (1991) als ein permanentes Ringen um Ordnung, Eindeutigkeit, Rationalisierung, Kontrolle, Klassifizierung und Bestimmung beschreibt: des Projektes der Moderne. Die ‚Moderne" läßt sich als eine "historische Periode" (Bauman 1991, S. 348, Anm. 1) kennzeichnen, "die in Westeuropa mit einer Reihe von grundlegenden sozio-kulturellen und intellektuellen Transformationen des 17. Jahrhunderts begann und ihre Reife erreichte" erstens "als ein kulturelles Projekt — mit dem Entstehen der Aufklärung" und zweitens "als eine sozial vollendete Lebensform - mit dem Entstehen der industriellen Gesellschaft" (ebd.). Die Durchsetzung der Moderne kann um die Zeit des Eintritts in das 20. Jahrhundert datiert werden (vgl. Merten/Olk 1996, S. 583), in welcher der Übergang von einer stratifikatorisch zu einer funktional differenzierten, zur modernen Gesellschaft (vgl. Luhmann 1997) vollzogen wurde. Zugleich ist dies der Zeitpunkt, an dem sich die soziale Hilfe von einer moralisch inspirierten, sozusagen ehrenamtlichen ‚Mildtätigkeit" wandelte in die professionelle — zunächst ausschließlich frauenberufliche —Sozialarbeit (vgl. etwa Luhmann 1973; Thiersch 1992; Merten/Olk 1996; Wendt 1995).
Publication details
Published in:
Kleve Heiko (2007) Postmoderne Sozialarbeit: ein systemtheoretisch-konstruktivistischer Beitrag zur Sozialarbeitswissenschaft. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Seiten: 18-39
DOI: 10.1007/978-3-531-90570-9_2
Referenz:
Kleve Heiko (2007) Ausgangspunkte, Begriffe, Thesen, In: Postmoderne Sozialarbeit, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 18–39.


