Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

222999

Die Frau in "Gemeinschaft und Gesellschaft"

Bärbel Meurer

pp. 375-391

Abstrakt

Das vor hundert Jahren entstandene Buch "Gemeinschaft und Gesellschaft" gilt zu Recht als ein Werk, das die Begründung und Durchsetzung der Soziologie als eigenständiger Fachwissenschaft entscheidend förderte. Der Prozeß der Etablierung der Soziologie als Fachwissenschaft war in Deutschland besonders langwierig und — auch unter Soziologen — höchst umstritten; ja man könnte sagen, er ist es bis heute noch. So scheint es mir im Blick auf die Geschichte der Soziologie keineswegs zufällig, daß Helmut Schelsky eine seiner letzten Arbeiten unter dem Titel "Rückblicke eines ‚Anti-Soziologen"" (Helmut Schelsky, 1981) herausgab. Sieht man sich die lange Geschichte dieser Kontroversen an, so wird augenfällig, daß es nur vordergründig darum ging, ob gesellschaftliche Verhältnisse in einer besonderen Fachdisziplin erforscht werden sollten, oder ob diese Untersuchung im Rahmen der traditionellen Disziplinen geschehen sollte. Kern dieser Auseinandersetzungen war vielmehr stets, ob gesellschaftliche Verhältnisse, insbesondere die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit, überhaupt Gegenstand der Wissenschaft sein können, zumal einer Wissenschaft, die sich — in Analogie zur Naturwissenschaft — ihrem Gegenstand "voraussetzungslos' nähert.

Publication details

Published in:

Clausen Lars, Schlüter Carsten (1991) Hundert Jahre "Gemeinschaft und Gesellschaft": Ferdinand Tönnies in der internationalen Diskussion. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Seiten: 375-391

DOI: 10.1007/978-3-663-01367-9_17

Referenz:

Meurer Bärbel (1991) „Die Frau in "Gemeinschaft und Gesellschaft"“, In: L. Clausen & C. Schlüter (Hrsg.), Hundert Jahre "Gemeinschaft und Gesellschaft", Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 375–391.