Buch | Kapitel
Die neuere soziologische Systemtheorie als "Kommunikationsontologie"
pp. 20-63
Abstrakt
Die umfangreichen Arbeiten des Soziologen Niklas Luhmann tradieren primär ein gesellschaftstheoretisches Erkenntnisinteresse. Relativ früh erscheinen in Luhmanns Werk jedoch auch Abhandlungen zur Organisationstheorie2, die in Verbindung stehen mit seiner Theorie sozialer Systeme in ihrer evolutionären Perspektivität.3 Spätestens mit Luhmanns Hauptwerk4, in dem Begriffe wie "Selbstreferenz", ";Autopoiesis' und "Kommunikation" auf exponierte Weise für die Sozialwissenschaften zugänglich gemacht werden, erfolgt die kontroverse Diskussion jener Theoriefiguren hinsichtlich ihrer Anwendung in der betriebswirtschaftlichen Organisations- und Managementlehre.5 Gleichzeitig zeichnet sich eine grundlagentheoretische Auseinandersetzung um originär den Naturwissenschaften entlehnte Begriffen ab; mit der Folge, daßdie sozialwissenschaftlichen Diskurse zunehmend durch die "Schulen" der Kognitionsbiologie, der neueren Kybernetik und des "Radikalen Konstruktivismus' modifiziert werden.6 Schließlich entzündet sich eine erkenntnistheoretische Debatte hinsichtlich des Begründungszirkels, in den sich die Theorie von den selbstreferentiellen autopoeitischen Systemen »verfangen« hat.7 Wir beleuchten dabei die konkreten Rekonstruktionsversuche von sozialen Systemen, wie sie seitens der soziologischen Theorie angeboten werden, und die epistemologischen Voraussetzungen dieses Ansatzes, insbesondere dessen konstruktivistische und sprachtheoretische Perspektiven, gleichermaßen.
Publication details
Published in:
Hahmann Martin (2000) Komplementäre Managementdiskurse: Polarisierung oder Paradigmenvielfalt?. Wiesbaden, Deutscher Universitätsverlag.
Seiten: 20-63
DOI: 10.1007/978-3-322-99225-3_7
Referenz:
Luhmann Niklas (2000) Die neuere soziologische Systemtheorie als "Kommunikationsontologie", In: Komplementäre Managementdiskurse, Wiesbaden, Deutscher Universitätsverlag, 20–63.


