Buch | Kapitel
Rausch und Nüchternheit
pp. 114-162
Abstrakt
Was tun, wenn die Apokalypse ausbleibt, wenn die Revolution nicht, oder höchstens in der Kunst stattgefunden hat? Diese Frage, die Lukäcs in den Zwanzigern mit der Wende zum System- und Ordnungsdenken beantwortete, stellte sich für Bloch gleichermaßen. Die kapitalistische Gegenwart der Weimarer Republik — und das verband ihn mit Lukäcs — war kein Ort, in den er sich integrieren mochte. Eine Wende zum Systemdenken kam jedoch auch nicht in Frage, denn Blochs Begehren war es, die Erbschaft des expressionistischen Aufbruchs auch angesichts einer Gegenwart zu bewahren, die vom gänzlichen Abklingen radikaler und apokalyptischer Hoffnungen gekennzeichnet war.
Publication details
Published in:
Ujma Christina (1995) Ernst Blochs Konstruktion der Moderne aus Messianismus und Marxismus: Erörterungen mit Berücksichtigung von Lukács und Benjamin. Stuttgart, Metzler.
Seiten: 114-162
DOI: 10.1007/978-3-476-04237-8_4
Referenz:
Ujma Christina (1995) Rausch und Nüchternheit, In: Ernst Blochs Konstruktion der Moderne aus Messianismus und Marxismus, Stuttgart, Metzler, 114–162.


