Buch
Karl Bühler und das Wiener Psychologische Institut oder die Bedeutung des Lokalen
Abstrakt
Das Denken von Forschenden wird meistens aus ihren Werken erschlossen, Bücher und Artikel, Manuskripte, auch die wissenschaftliche Korrespondenz bilden die hauptsächlichen Quellen für die Rezeption. Diese, wie Popper sie nennt, Welt der geistigen Produkte hat den Vorteil, vom Autor oder der Autorin abgetrennt Objektivität und Autonomie zu besitzen und steht der oft so vielfältigen, aus unterschiedlichen Perspektiven geleisteten Interpretationsarbeit offen. Aber Wissenschaft besteht nicht nur aus Resultaten, sondern auch und v.a. aus Praktiken und Aktivitäten, aus Gesprächen und Diskussionen, die eben im hic und nunc existieren und Ideen und Ergebnisse produzieren die nicht immer in den Publikationen resümiert erscheinen. Zu dieser Alltagswissenschaft, oder anders gesagt, zu dem normalen Wissenschafts- und Universitätsbetrieb gehören: Lehrveranstaltungen, in denen Ideen ausprobiert oder akzentuiert werden; Forschungsprogramme, auch die, die nie verwirklicht werden; Konferenz- und Vereinstätigkeit; Forschungskolloquien; die Betreuung von Doktorarbeiten; die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der eigenen oder anderer Disziplinen in unterschiedlichen Gremien usw. Auch diese oft mündlichen bzw. dialogischen Tätigkeiten können Spuren hinterlassen, z.B. in Vorlesungsmitschriften von Studierenden, in eingereichten Forschungsprojekten und -berichten, in Protokollen von Veranstaltungen, in Artikeln der Tagespresse, in Archiven von Vereinen und Institutionen usw.
Publication details
Publisher: sdvig press
Ort: Genève-Lausanne
Year: 2021
Seiten:
Referenz:
Friedrich Janette, Benetka Gerhard (2021) Karl Bühler und das Wiener Psychologische Institut oder die Bedeutung des Lokalen. Genève-Lausanne, sdvig press.
