Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

191021

Kritik an der bisherigen Behandlung der Kausalitätsfrage

Beat W. Imhof

pp. 161-162

Abstrakt

E. Stein setzt mit ihrer Kritik direkt bei den Quellen an, d. h. in diesem Fall, bei der Erschütterung des Kausalitätsglaubens durch David Hume: «Der Kausal-begriff hat sich noch heute nicht von dem Schlage erholt, den ihm Humes vernichtende Kritik versetzte ... Der Geist der Humeschen Kritik ist in allen modernen Behandlungen des Problems durchzuspüren — trotz Kant und der endgültigen Lösung), die man ihm zuzuschreiben pflegt. Und das ist gar kein Wunder. Denn was Hume suchte und schliesslich als unauffindbar zu erweisen glaubte — das Phänomen der Kausalität -, das hat auch Kant nicht aufgezeigt.»1 In der Tat war die Kausalität für Hume von zentraler2 Bedeutung; sie beschäftigte ihn bereits in jungen3 Jahren: Im Zusammenhang mit Untersuchungen über den menschlichen Verstand ging es ihm um die Frage der Verbindung einzelner Perzeptionen oder Vorstellungen, von denen die eine scheinbar zur anderen führt. Andererseits sollte die Philosophie von der Metaphysik und einem falschen Rationalismus befreit werden. Da für den Empiristen Hume mit dem Bereich des Göttlichen auch die Letztursache fortfällt, stellt sich ihm das alte Problem von Ursache und Wirkung aufs neue.

Publication details

Published in:

Imhof Beat W. (1987) Edith Steins philosophische Entwicklung: Leben und Werk. Dordrecht, Springer.

Seiten: 161-162

DOI: 10.1007/978-3-0348-6514-2_9

Referenz:

Imhof Beat W. (1987) Kritik an der bisherigen Behandlung der Kausalitätsfrage, In: Edith Steins philosophische Entwicklung, Dordrecht, Springer, 161–162.