Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

198962

Gendermainstreaming Weiter gedacht

Biografische Konstruktionen und Geschlechterstrukturen

Barbara KeddiGerlinde Seidenspinner

pp. 209-223

Abstrakt

Politische Institutionen, Verwaltungen und Organisationen der Länder der Europäischen Union sind seit dem Amsterdamer Vertrag (1998) rechtlich verpflichtet, das Prinzip des Gender Mainstreaming (GM) in die Praxis umzusetzen. Ziel ist geschlechtergerechtes Handeln auf allen Entscheidungsund Handlungsebenen. Gender Mainstreaming benötigt für seine Implementierung Wissen über Geschlechterdifferenzen und ist damit auf Forschungsergebnisse der Geschlechterforschung verwiesen. Doch was bedeutet es für das Instrument des GM, das von der Omnirelevanz von Geschlecht ausgeht (Metz-Göckel 2003), wenn in aktuellen Diskursen der Frauen- und Geschlechterforschung geschlechterbezogene Zuschreibungen, Stereotype und Homogenisierungen von Frauen und Männern zunehmend problematisiert werden? Der "Verlust des Subjekts ,Frau" als homogene politische Akteurin und als Zentralbegriff eines theoretischen Konzepts' (Dölling/Krais 1997, S. 7), gleichermaßen übertragbar auf das Subjekt "Mann", steht für ein Ende von Gewissheiten im Diskurs um Geschlechtergerechtigkeit. Verliert damit die Geschlechterpolitik in der Tendenz ihren Gegenstand? Forschung erscheint jedenfalls diskonform zu Politik, da sie von komplexen und differenzierenden Zusammenhängen ausgeht.

Publication details

Published in:

Mnchmeier Richard, et al. (2004) "Liebe allein genügt nicht": historische und systematische Dimensionen der Sozialpädagogik. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Seiten: 209-223

DOI: 10.1007/978-3-663-10670-8_14

Referenz:

Keddi Barbara, Seidenspinner Gerlinde (2004) Gendermainstreaming Weiter gedacht: Biografische Konstruktionen und Geschlechterstrukturen, In: "Liebe allein genügt nicht", Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 209–223.