Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

208794

Eine Schnellbahn für das Revier

Zu F. W. Beielsteins Roman Rauch an der Ruhr

Dirk Hallenberger

pp. 99-116

Abstrakt

In Verbindung mit dem erstmalig in Deutschland begangenen "Tag des Buches' am 22.3.1929 (Todestag Goethes) entschloß sich die Stadt Essen, einen Literaturpreis auszuloben. Er sollte einem bisher unveröffentlichten Roman über das Ruhrgebiet gelten, "der in geschlossener künstlerischer Form die Vielfalt der gestaltenden Kräfte und Lebensenergien, die hier im Zusammenhang von Landschaft, Mensch und Wirtschaft geleistet werden, darstellen soll"2. Der Roman sollte also den Versuch unternehmen, das Gegenwarts-Ruhrgebiet selbst als "tragenden Helden" der Handlung zu etablieren, so "wie es früher mit Einzelpersonen, mit Familien, Bauerngeschlechtern oder aus dem atmosphärisch landschaftlichen Geist der Natur eines bestimmten Siedlungsgebietes geschehen ist"3. Der Literaturpreis war mit 3000 Mark dotiert und wandte sich an alle im deutschen Sprachraum lebenden Schriftsteller; Einsendeschluß war unwiderruflich der 1.10.1930. Über die Auswahl schließlich sollte eine Jury befinden, der die Vertreter aller interessierten Kreise angehörten und die von einem "angesehenen deutschen Dichter und Mitglied der preußischen Dichterakademie"4 angeführt werden sollte. Die Siegerehrung schließlich sollte am 22.3.1931, mithin genau zwei Jahre später, stattfinden.

Publication details

Published in:

Döring Jörg, Jäger Christian, Wegmann Thomas (1996) Verkehrsformen und Schreibverhältnisse: Medialer Wandel als Gegenstand und Bedingung von Literatur im 20. Jahrhundert. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Seiten: 99-116

DOI: 10.1007/978-3-322-95656-9_7

Referenz:

Hallenberger Dirk (1996) „Eine Schnellbahn für das Revier: Zu F. W. Beielsteins Roman Rauch an der Ruhr“, In: J. Döring, C. Jäger & T. Wegmann (Hrsg.), Verkehrsformen und Schreibverhältnisse, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 99–116.