Buch | Kapitel
Zwischen Maske und Marke
Zu einigen Motiven des literarischen Inkognito
pp. 128-140
Abstrakt
Biblischen Schöpfungsberichten zufolge liegt die Urheberschaft für die Erschaffung der Welt bei einem Namen, der eigentlich kein Name ist, sondern schlicht das Sein selbst konjugiert: "Jahwe" bedeutete dereinst wahrscheinlich "Ich bin". Ein Name aber, der lediglich der ersten Person Singular ihr Dasein testiert und zudem noch als selbst gewählt gelten muß, ist genauso nichtig wie absolut, insofern er Differenzerfahrungen unmöglich macht: Zwischen dem Eigennamen und seinem Träger, zwischen Sein und Heißen, existiert tendenziell kein Unterschied. Vom "Unterschiedswesen" Mensch durfte er folglich auch nicht ausgesprochen werden.2
Publication details
Published in:
Döring Jörg, Jäger Christian, Wegmann Thomas (1996) Verkehrsformen und Schreibverhältnisse: Medialer Wandel als Gegenstand und Bedingung von Literatur im 20. Jahrhundert. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Seiten: 128-140
DOI: 10.1007/978-3-322-95656-9_9
Referenz:
Wegmann Thomas (1996) „Zwischen Maske und Marke: Zu einigen Motiven des literarischen Inkognito“, In: J. Döring, C. Jäger & T. Wegmann (Hrsg.), Verkehrsformen und Schreibverhältnisse, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 128–140.