Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

208797

Abstraktion und Wertverlust bei Simmel und de Saussure

Hugh Ridley

pp. 141-151

Abstrakt

In diesen bekannten Zeilen aus Rilkes neunter Elegie kommen zwei wichtige Momente der literarischen Moderne zum Ausdruck: die Konstatierung eines Realitätszerfalls und das Insistieren auf der Sprache als Verwahrungsort einer Bedeutung, die den Objekten nicht mehr — wie in einer überpositiv verstandenen Vergangenheit — fraglos durch ihre Einbettung in die soziale Wirklichkeit zufällt. Der Realitätszerfall wird in einem historischen Kontext verstanden — mehr als je — und hängt für Rilke unter anderem mit sozialen Prozessen und, wie die Sonette an Orpheus zeigen, vor allem mit der Mechanisierung zusammen. Sprache und "Bild" vertreten gegenüber den sozialen Veränderungen eine stabile und substantielle Welt des Herzens und der Werte.

Publication details

Published in:

Döring Jörg, Jäger Christian, Wegmann Thomas (1996) Verkehrsformen und Schreibverhältnisse: Medialer Wandel als Gegenstand und Bedingung von Literatur im 20. Jahrhundert. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Seiten: 141-151

DOI: 10.1007/978-3-322-95656-9_10

Referenz:

Ridley Hugh (1996) „Abstraktion und Wertverlust bei Simmel und de Saussure“, In: J. Döring, C. Jäger & T. Wegmann (Hrsg.), Verkehrsformen und Schreibverhältnisse, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 141–151.