Buch | Kapitel
Querschnittspolitik in der Kinder- und Jugendhilfe
pp. 343-352
Abstrakt
Mit einem weitreichenden, recht selbstbewussten Ansatz, nämlich konkret zur Verbesserung der Lebensbedingungen von jungen Menschen und ihren Familien beizutragen, hat sich in den letzten 20 Jahren mit dem Begriff der Einmischungsstrategie eine offensive Jugendhilfepraxis entwickelt und durchgesetzt. In der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Veränderungen, mit neuen Wertorientierungen und Bedarfslagen hat sich Jugendhilfe oft, oft auch grundlegend, verändert und Angebote sowie Dienste auf die neuen Herausforderungen hin ausgerichtet. Eine Jugendhilfe, die sich mit gesellschaftlichen Veränderungen auseinandersetzt und die Bedürfnisse ihrer Adressaten ernst nimmt, wird sich "quer" in andere Politikbereiche einmischen und dafür Handlungskonzepte entwickeln müssen. Auch und gerade fachliche Standards und Handlungsprinzipien der Jugendhilfe lassen sich nicht ohne Einmischung in andere Politikbereiche realisieren: Präventives Handeln, Lebensweltorientierung, Beteiligung der Adressaten, Hilfe zur Selbsthilfe, Vernetzung von professionellen und nichtprofessionellen Hilfen, Existenzsicherung und Alltagsbewältigung erfordern geradezu "Einmischung" und damit die Abkehr der Jugendhilfe vom "Zuständigkeitsghetto" alter Prägung. Lebensweltorientierung (als eher theoretisches Profil) und Einmischung (als praktische Handlungsstrategie) bedingen sich wechselseitig.
Publication details
Published in:
Mnchmeier Richard, et al. (2004) "Liebe allein genügt nicht": historische und systematische Dimensionen der Sozialpädagogik. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Seiten: 343-352
DOI: 10.1007/978-3-663-10670-8_22
Referenz:
Kreft Dieter, Mielenz Ingrid (2004) Querschnittspolitik in der Kinder- und Jugendhilfe, In: "Liebe allein genügt nicht", Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 343–352.


