Deutsche Gesellschaft
für phänomenologische Forschung

Buch | Kapitel

204959

"Postmodernes" Denken und neoliberale Politik Habermas in organisationstheoretischer Lesart

Günther Ortmann

pp. 85-95

Abstrakt

In einem Beitrag über "Globalization Critics vs. Free Trade Theory" erweisen sich Andreas Georg Scherer und William McKinley (2007) darin als getreue Schüler Habermas", dass sie dem "postmodernen" Denken — sie nennen die Namen Lyotard, Derrida und Rorty, siehe aber oben, Fußnote 43 — eine Affinität zu den Freihandelstheoretikern attestieren, die bekanntlich die Öffnung der Märkte und — in ihrem harten Kern — die Befreiung von sozialen und ökologischen Standards als Heilmittel für die Dritte Welt empfehlen. Kaum verhüllt enthält dieses Attest den Vorwurf, neoliberaler Politik Schützenhilfe zu leisten — für Habermas die größte Sorge, der größte anzunehmende Sündenfall der Philosophie und der Sozialwissenschaften, soweit es um politische Implikationen geht. Der philosophie- oder theorie-immanente Sündenfall, der dafür verantwortlich gemacht wird, heißt: Relativismus. Dazu habe ich im 3. Kapitel bereits einiges gesagt, komme darauf aber noch einmal zurück.

Publication details

Published in:

(2008) Organisation und Welterschließung: Dekonstruktionen. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Seiten: 85-95

DOI: 10.1007/978-3-531-90921-9_5

Referenz:

Ortmann Günther (2008) "Postmodernes" Denken und neoliberale Politik Habermas in organisationstheoretischer Lesart, In: Organisation und Welterschließung, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 85–95.